Forschungsprojekte

Forschungsprojekte

  • Zusammenhänge individueller und institutioneller Konfliktgeschichten dissozialer, nicht beschulbarer Jugendlicher (abgeschlossen)

Projektgruppe des Instituts: Dr. Rose Ahlheim, Dr. Frank Dammasch, Ulrike Jongbloed, Jochen Raue, Angelika Wolff (Leitung)

Es handelt sich um ein von der Deutschen Forschungs-Gemeinschaft finanziertes interdisziplinäres Forschungsprojekt  unter dem Dach des Instituts für Sozialforschung Frankfurt, das in den Jahren 1999 – 2005 durchgeführt wurde. Das Projekt untersuchte die Zusammenhänge von individueller und institutioneller Konfliktgeschichte in zehn Einzelfällen mit Hilfe psychoanalytischer und soziologischer Forschungsmethoden. Dabei fragte die psychoanalytische Fallperspektive nach der Psychodynamik des einzelnen Jugendlichen; die soziologische Fallperspektive fragte nach den institutionellen und strukturellen Konfliktbedingungen von Schule und Jugendhilfe. Die interdisziplinäre Reflexion und Zusammenführung der beiden Untersuchungsperspektiven konzentrierte sich auf die Fragen, wie sich individuelle und institutionelle Bedingungen der Entstehung und Entwicklung von sozialer Desintegration und Verwahrlosung verzahnen und möglicher Weise verstärken; und ob es typische Mechanismen und Muster derartiger negativer Wechselwirkungen gibt.

Die Ergebnisse der Studie sind veröffentlicht: Thomas von Freyberg/Angelika Wolff (Hrsg.), Störer und Gestörte, Band 1 Konfliktgeschichten nicht beschulbarer Jugendlicher und Band 2 Konfliktgeschichten als Lernprozesse erschienen 2005 und 2006 im Brandes & Apsel - Verlag Frankfurt am Main. Die Bände sind einzeln und auch im Schuber erhältlich.

Eine inhaltliche Zusammenfassung der Studie ist zu finden unter www.psychoanalyse-aktuell.de/kinder/stoerer.html

weitere Angaben mit einer Liste der Veröffentlichungen finden sich unter www.ifs.uni-frankfurt.de/forschung/projekte.html#old

 

  • Frankfurter Präventionsstudie in Kindergärten zur Verhinderung psychosozialer Desintegration (insbes. von ADHS) (abgeschlossen)

Projektgruppe des Instituts: Adelheid Staufenberg, Angelika Wolff sowie 20 analytische Kinderpsychotherapeutinnen und -therapeuten und Supervisoren

Die Idee zu dieser Studie war aus dem „Nicht-Beschulbaren-Projekt“ entstanden, das deutliche Hinweise auf die Notwendigkeit von früher Prävention gegeben hatte. Ermöglicht wurde sie auf Initiative von M. Leuzinger-Bohleber finanziell über die Förderung vor allem durch die Zinnkann Stiftung (zusätzlich durch: Gemeinnützige Hertie-Stiftung und Research Advisory Board der International Psychoanalytical Association), organisatorisch über die Kooperation des Städtischen Schulamts Frankfurt. Die Gesamtleitung hatte M. Leuzinger-Bohleber.

Die Studie wurde von 2003 bis 2006 in 14 Frankfurter Kindertagesstätten durchgeführt und konnte den Nachweis führen, dass mit psychoanalytisch orientierten Präventionsmaßnahmen in Kindergärten (vierzehntägige psychoanalytische Fall-Supervisionen für das KT-Team durch erfahrene SupervisorInnen, wöchentliche psychoanalytisch-pädagogische Angebote in der KT durch MitarbeiterInnen der Studie, intensive Elternarbeit, psychoanalytische Einzeltherapien für therapiebedürftige Kinder, Durchführung des Gewaltpräventionsprogramms FAUSTLOS) ein Rückgang von Ängsten, Aggressivität und Hyperaktivität bewirkt werden kann.

Eine ausführliche Beschreibung des Projekts und seiner Ergebnisse findet sich unter:
www.sfi-frankfurt.de/forschung/archiv-der-forschungsprojekte/frankfurter-praeventionsstudie/projektbeschreibung.html

Zum Thema „ADHS“ aus psychoanalytischer Sicht u.a.: www.psychoanalyse-aktuell.de/kinder/adhs.html

 

  • Katamnesestudie „ADHS“

Durchführung unter der Projektverantwortung von M. Leuzinger-Bohleber und  A. Wolff: Adelheid Staufenberg

Da die Wirksamkeit von analytischer Kinderpsychotherapie bei Störungsbildern wie „ADHS“ immer wieder in Frage gestellt wird, die modische Bezeichnung „AHDS“ als Diagnose dem psychoanalytischen Krankheitsverständnis fremd ist bzw. unzureichend erscheint, führen wir – finanziert durch die Vereinigung analytischer Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten (VAKJP) - eine spezielle Untersuchung durch. Hier werden aus den Patientenakten des Instituts aus den Jahren 1997-1999 diejenigen Patienten heraus gesucht, deren Symptombeschreibung auf das damals noch nicht so geläufige Label „ADHS“ passt. Der Symptombeschreibung wird dann die aufgrund der psychoanalytischen Diagnostik am Institut seinerzeit formulierte psychodynamische Diagnose zugeordnet. Ferner wurden katamnestische Telefoninterviews mit den Eltern durchgeführt.

Die Studie wird Ende des Jahres abgeschlossen und soll 2010 im Verlag Brandes&Apsel im Kontext einer Auseinandersetzung mit dem Thema ADHS von Adelheid Staufenberg veröffentlicht werden.

 

 

  • Therapie-Wirksamkeitsstudie: Ergebnisse psychoanalytischer Behandlungen von Kindern mit hyperaktiven Störungen (nach ICD-10: F90.0, F90.1)

Projektbeteiligte des Instituts: ca. 20 Studientherapeutinnen und -therapeuten"

Kinderanalytische Beratung in der Projektleitung am SFI: Angelika Wolff

Ausgangspunkt der seit 2005 vom SFI unter Leitung von M. Leuzinger-Bohleber durchgeführten Untersuchung der Wirksamkeit Analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie bildete die beschriebene Frankfurter Präventionsstudie . Diese hatte u.a. gezeigt, dass einige Kindergartenkinder aus bildungsfernen Schichten dringend psychotherapeutische Hilfe benötigen, aber kaum den Weg zum niedergelassenen Therapeuten oder einer Ambulanz finden. Im Rahmen der Präventionsstudie gelang es, mit 7 solcher Kinder eine analytische Kindertherapie durchzuführen. Bei 8 weiteren Kindern waren die Eltern nicht bereit, das Angebot therapeutischer Behandlung anzunehmen. Die Symptom-Diagnostik zu Beginn der therapeutischen Intervention machte deutlich, dass die meisten dieser Kinder Störungen der Aufmerksamkeit, der Hyperaktivität und des Sozialverhaltens aufwiesen.

Die Fragestellung der kontrollierten klinischen Studie ist: Erweisen sich psychoanalytische Kinderpsychotherapien bei Kindern mit den symptomatischen Diagnosen F90.0/F90.1 nach ICD-10 in den Verhaltensbereichen Aggression, Hyperaktivität, emotionale Kompetenzen als erfolgreich?

Aus dieser Hauptfragestellung leiten sich weitere, psychoanalytisch relevante Fragestellungen ab, u.a.: Welche psychodynamischen Diagnosen „verbergen sich hinter der sogenannten ADHS Diagnose“? Mit welchen psychoanalytischen Konzepten lässt sich das Zustandekommen der Symptomatik am adäquatesten beschreiben?

Ausführliche Projektbeschreibung unter: www.sfi-frankfurt.de/forschung/forschungsfeld-1/therapiewirksamkeitsstudie/projektbeschreibung.html

 

 

  • Projekt Starthilfe

aktuelle MitarbeiterInnen des Instituts: Doris v. Freyberg-Döpp, Barbara Heipt-Schädel, Marion Hermann, Hans von Lüpke, Barbara Reis, Heike Seuffert, Renate Wiedmann-Tipoweiler als Supervisoren in den KTs; Adelheid Staufenberg als Supervisorin der Stipendiaten

Aktuelle StipendiatInnen: Sandra Bürskens, Eltje Müller, Henriette Olsowsky, Svetlana Radmann, Sebastian Schneider, Carmen Stütz, Julia Wilking, Maria Woinowski. Benjamin Worch

Koordination und Kontakt: Angelika Wolff, Eppsteiner Str. 38, 60323 Frankfurt, Tel.: 069-728590, email: Angelika.wolff@ikjp.de

Das Projekt Starthilfe führt seit 2007 nunmehr im vierten Jahr mit einigen Abwandlungen die bewährten Präventionsmaßnahmen aus der Frankfurter Präventionsstudie in jeweils 10 Frankfurter, seit Oktober 2010 in 11 Kindertagesstätten durch. Finanziert wird es durch die Stadt Frankfurt, die Stiftung Polytechnische Gesellschaft, die Crespo Foundation und die Ursula-Ströher-Stiftung. Im Unterschied zur Präventionsstudie sind es hier psychoanalytisch geschulte Ausbildungsteilnehmer des Instituts (als Stipendiaten des SFI), die jeweils einer Kita fest zugeordnet sind und einen Vormittag der Woche dort in teilnehmender Beobachtung verbringen, um den Erziehern einen „Blick von außen“ zur Verfügung stellen zu können und um ggf. Erzieher und Eltern von schwierigen Kindern zu beraten. Zusätzlich bekommt das Fachteam der Kita 14-tägige Fallsupervision durch erfahrene analytische Kindertherapeuten.

Das Projekt ist von den Kindertagesstätten sehr gut angenommen worden; es gibt viel mehr Bewerbungen von KTs, als wir bei begrenzten Mitteln aufnehmen können.

Ausführliche Darstellung mit Publikationen unter www.sfi-frankfurt.de/forschung/forschungsfeld-1/starthilfe/projektbeschreibung.html

 

 

  • Frühe Schritte – Angebote zur Frühprävention in Kindertagesstätten („LOEWE-Projekt“)


Auch hierbei handelt es sich um ein Folgeprojekt der Frankfurter Präventionsstudie sowie des Projekts Starthilfe: im Rahmen der „Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-Ökonomischer Exzellenz Hessen“ (LOEWE) und des Forschungszentrums IDeA1 (institutionelle Kooperation zwischen dem Institut für Internationale Pädagogigk (DIPF), Johann Wolfgang Goethe Universität und Sigmund-Freud-Institut (SFI)) wurde von Prof. Dr. Marianne Leuzinger-Bohleber unter kinderanalytisch-konzeptioneller Beratung von Angelika Wolff das Projekt Frühe Schritte – Angebote zur Frühprävention in Kindertagesstätten entwickelt, vorbereitet und Ende des Jahres 2008 begonnen. Verglichen werden hierbei in ausgewählten Kitas in sozialen Brennpunkten der Stadt Frankfurt die Prozesse und die Wirksamkeit zweier unterschiedlicher Präventionsangebote: Das „FAUSTLOS“-Programm und ein umfassenderes psychoanalytisch fundiertes Präventionsangebot (wöchentliche Präsenz einer erfahrenen analytischen KinderpsychotherapeutIn zur Akutberatung von ErzieherInnen, Eltern und Kindern, mit der Option von analytischer Kindertherapie in der Einrichtung im Einzelfall; 14-tägige Fallsupervision). Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt.

MitarbeiterInnen des Instituts sind als Kindertherapeutinnen, die in die Kitas gehen: Barbara Heipt-Schädel, Marion Hermann, Nicole Lotz, Iris Nikulka, Brigitte Schiller, Karin Wagner und Christina Waldung; als SupervisorInnen: Frank Dammasch, Doris von Freyberg-Döpp, Marianne Leuzinger-Bohleber, Magdalena Palfrader, Jochen Raue und Heike Seuffert. Koordination: Angelika Wolff

Weitere Informationen über die website des SFI: www.sfi-frankfurt.de/forschung/forschungsfeld-1/loewe.html

1 Center for Research on Individual Development and Adaptive Education of Children at Risk (IDeA)

 

 

  • Projekt  „Erste Schritte“ - Ein Integrationsprojekt für Kleinkinder mit Migrationshintergrund (in Vorbereitung)
     

Mitarbeiter des Instituts:
Claudia Burkhardt-Mußmann, Inhaltlich-Organisatorische Projekt-Koordinatorin und Ansprechpartnerin: b.mussmann@gmx.net 

Angelika Wolff, Kinderanalytische Beratung

Methodisch-Statistische Projekt-Koordinatorin: Marion Müller Kirchof M.A.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Sandra Bürskens

Im Fokus dieses Modellprojekts, das wissenschaftlich vom SFI (Projektleitung: Prof. Dr. M. Leuzinger-Bohleber) evaluiert werden soll, stehen Beeinträchtigungen der Bindungsbeziehung, die durch Migrationserfahrung hervorgerufen werden; insbesondere die durch die Migrationsthematik geprägten und verschärften psychischen Trennungs- und Individuationskonflikte. Ziel des Projekts ist es, die negativen Folgen für die Entwicklung des Kindes zu reduzieren oder abzuwenden und im Gegenzug Grundlagen für mehr emotionale Sicherheit zu schaffen. Dazu wurde ein ebenso komplexes wie detailliertes Angebot für Schwangere, bzw. Mütter/Väter mit Babys entwickelt, das gleichermaßen psychosoziale Integration der Mütter/Eltern fördert wie die psychische und kognitive Entwicklung der Kinder. Die Frühinterventionsmaßnahmen beginnen mit der Schwangerschaft und begleiten Mütter/Väter bis in das dritte Lebensjahr des Kindes.

Inhalte und Struktur der Angebote wurden über einen Zeitraum von zwei Jahren entwickelt und sind das Ergebnis mehrstufiger Vorarbeiten: 1. Konzeptualisierung des Modellprojekts auf der Basis kinderanalytischer Konzepte sowie Entwicklung des Forschungsdesigns. 2. Recherche der Frankfurter Angebote für Mütter/Eltern mit Kindern der Altergruppe 0-3 mit Migrationshintergrund, mit dem Ziel Vernetzungsmöglichkeiten auszuloten mit bestehenden kultursensiblen kommunalen Projekten/Trägern sowie Zugangsmöglichkeiten zur Zielgruppe zu eruieren; Ergebnis der Recherche war, unsere Frühinterventionangebote an die Integrationskurse mit Kinderbetreuung anzubinden. 3. Überprüfung der Praktikabilität des Projekts in einer Pilotstudie. Die Erreichbarkeit der Zielgruppe wurde bestätigt, das Angebot wurde überaus positiv von den Teilnehmerinnen der Integrationskurse aufgenommen und ebenso von den Trägern der Integrationskurse, die die Zusammenarbeit überhaupt erst durch ein hohes Maß an Kooperation möglich machten. Die vom SFI geplante wissenschaftliche Begleitstudie wird parallel die Wirksamkeit der Maßnahmen evaluieren, indem die erfassten Familien longitudinal zu definierten Messzeitpunkten untersucht werden.

 

 

 

Institut für analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie in Hessen e.V.
Mertonstraße 17, Jügelhaus B, II. Etage, Raum 226, 60325 Frankfurt
Tel.: 069/721445